Die Kreissparkasse Heilbronn plant in den kommenden Jahren ihren bisherigen Hauptsitz in der Heilbronner Innenstadt zu einem lebendigen, zukunftsfähigen Quartier mit deutlicher Präsenz im Stadtraum zu entwickeln. Neben der Neuorganisation des bestehenden Komplexes am Standort A (Am Wollhaus) und der Sanierung des bestehenden Südbaus, wird das Quartier um den zusätzlichen Standort B (An der Allee) nach Norden hin erweitert.
Mit dem Sparkassenquartier soll ein urbanes Ensemble entstehen, das qualitativ hochwertige Arbeitswelten für die Mitarbeitenden sowie attraktive innerstädtische Räume mit hoher Aufenthaltsqualität für die Stadt bietet, und an prominenter Stelle die gesellschaftliche und ökologische Verantwortung der Kreissparkasse Heilbronn zum Ausdruck bringt. Neben dem Erhalt eines Bestandbaus unterstreicht eine ressourcenschonende und CO2-neutrale Bauweise in Holz mit kompakten Gebäudevolumen dieses Vorhaben und garantiert eine hohe Gesamtwirtschaftlichkeit – sowohl im Bau als auch im Betrieb.
Die integrale Nachhaltigkeitsstrategie für das gesamte Quartier, die jedes Gebäude als einfache, robuste und in Zukunft flexibel nutzbare Struktur versteht, besteht darin, im Bau auf das Verwenden von Bauelementen aus recycelten oder nachwachsenden Ressourcen zu setzen und diese durch ein intelligentes, aber einfaches Gebäudekonzept CO2 neutral zu betreiben.
Gemäß den Anforderungen der Ausloberin wird für das Sparkassenquartier in Heilbronn ein innovatives, nachhaltiges energetisches Konzept vorgeschlagen, das den Energiebedarf minimiert und die Transmissionswärmeverluste durch einen sehr guten Wärmeschutz der Gebäudehülle in Anlehnung an den Passivhausstandard reduziert. Durch die hybride Holzbauweise mit Holz-Betonfertigteilen ohne abgehängte Decken und massivem Kern bzw. Aussteifungselementen kann die Speichermasse dieser Bauteile aktiviert werden, um die Temperaturen im Sommer zu reduzieren. Der Innenhof erhält in Teilen eine Fassadenbegrünung sowie eine bodengebundene Baumbepflanzung, die zur Verbesserung des Mikroklimas beiträgt.
Standort B
Im Norden des Areals entsteht das neue BeratungsCenter. Mit einem selbstbewussten Hochpunkt und simultanen Rücksprung des Sockelgeschosses zu einer aufgeweiteten Platzsituation markiert es seine prominente Adresse an der Allee und bildet den Auftakt eines dreigliedrigen Baukörpers, mit zweigeschossigem Sockelgeschoss mit Dachgarten und kompaktem Baukörper am Max-Beermann-Platz. Entlang des Synagogenwegs schafft eine introvertierte Raumschale einen Gedenkort für die namensgebende ehemalige Synagoge und wertet diese Blockquerung in Verbindung mit einer Fassadenbegrünung auf. Im Gebäude erfolgt die Umsetzung der Organisation öffentlicher und privater Bereiche, die da Raumprogramm vorgibt, sowohl vertikal als auch horizontal.
Allen Gebäuden des Quartiers liegt der Ansatz maximaler Flexibilität zugrunde: sowohl bei Struktur und Erschließung wie auch bei Aufteilung der Nutzungseinheiten und Gestaltung der Arbeits- und Bürobereiche. Achs- und Fassadenraster ermöglichen einfache Änderungen, die Gliederung der Kerne schaffen eine effektive Erschließung bei guter Orientierung, so dass auch Einteilung in Nutzungseinheiten unter 400 qm realisierbar sind. Die Regelgeschosse ermöglichen unterschiedliche Büroformen, die in der Grundkonzeption eine flexibel bespielbare Mittelzone erhalten und bei Bedarf getrennt zu erschlossen werden können.
Erscheinung
Überschaubar und klar, räumlich eindeutig, hell und transparent soll das Innere der Gebäude gestaltet werden und mit wenigen, bewusst und nachvollziehbar eingesetzten Materialien somit auch die Verantwortung des Sparkassenquartiers in Bezug auf Nachhaltigkeit und Effizienz visuell sichtbar werden. Tragwerk und Hülle basieren auf einer durchgängigen, klaren geometrischen Ordnung und werden im Stadtraum ablesbar sein. Einfache Mittel wie räumliche Differenzierung, präzise Details und die solide Verarbeitung pur eingesetzter Materialien sollen die Architektur bestimmen.
Die natürlich belassenen Holzoberflächen von Fassade, Tragwerk und Trennwänden sowie das Industrie-Parkett aus massiver Esche schaffen ein freundliches, angenehmes Arbeits- und Raumklima und bestimmen mit Stützen aus Baubuche und vorgefertigten Rippendecken in Holzbetonverbundbauweise zum größten Teil das Bild der Räume.
Zum Sparkassenquartier Heilbronn – Standort A
Realisierung: 2025 -
LPH: 1. Preis Realisierungswettberb
Bauherr: Kreissparkasse Heilbronn
Ort: Heilbronn
Fotos: VON M, Visualisierung Simon Schmitt
