Mit dem InnoSpace entsteht auf dem Campus Morgenstelle der Universität Tübingen ein Ort für interdisziplinären Austausch und Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Der eingeschossige Neubau bündelt Büroflächen, einen Seminarraum sowie einen offen gestalteten Meeting-Bereich zu einer flexibel nutzbaren, kompakten Struktur und schafft Raum für konzentriertes Arbeiten ebenso wie für Kommunikation und Kollaboration.

Der Baukörper fügt sich selbstbewusst, aber maßstäblich in die großformatige Umgebung des Campus ein. Zwei leicht geneigte, zueinander versetzte Dachflächen überspannen die klar gegliederte Grundstruktur und erzeugen einen großzügigen Innenraum mit gezielten Belichtungsmomenten. Ein umlaufender Dachüberstand übernimmt dabei sowohl gestalterische als auch funktionale Aufgaben und bietet natürlichen Sonnen- und Witterungsschutz.

Das Gebäude ist konsequent nachhaltig konzipiert und als CO₂-Senke gedacht. Durch die nahezu ausschließliche Verwendung biogener Baustoffe – bis hin zur außen liegenden Dämmung aus Kork – speichert der InnoSpace dauerhaft Kohlenstoff und leistet damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Auf eine Gründung aus Beton wird vollständig verzichtet: Schraubfundamente tragen den Bau punktuell, minimieren den Eingriff in den Boden und ermöglichen eine spätere sortenreine Demontage. Tragwerk, Hülle und Ausbau folgen einem durchgängigen Prinzip konstruktiver Klarheit und Materialehrlichkeit – ohne den Einbau von Verbundbaustoffen oder Verklebungen. 

Das Tragwerk orientiert sich an den verfügbaren Querschnitten aus Vollholz und verzichtet bewusst auf keilgezinkte und verleimte Holzprodukte, um den Einsatz von Klebstoffen konsequent zu vermeiden. Spannweiten und Raster ergeben sich dabei unmittelbar aus den materialgerechten Möglichkeiten des Vollholzes und bestimmen die räumliche Organisation des Gebäudes. Aussteifende Ebenen werden aus schwalbenschwanzgefügten Vollholzplatten hergestellt und machen die konstruktive Logik des Gebäudes unmittelbar ablesbar. Ergänzt durch ein extensiv begrüntes Dach und eine Photovoltaikanlage entsteht ein ressourcenschonendes, robustes Gebäude, das ökologische Verantwortung, bauliche Einfachheit und langfristige Nutzungsflexibilität miteinander verbindet.

Holzbau   .   Nachhaltigkeit   .   Wissenschaft

Realisierung: 2025–2026
LPH: 1–8
BGF: ca. 400 m²
Bauherr: Universität Tübingen
Ort: Tübingen
Fotos: VON M